Die Reichsburg steht auf einem Bergkegel über Cochem und ist von fast überall in der Stadt zu sehen. Was man dort besichtigt, ist allerdings nicht das Mittelalter: Die Burg wurde um das Jahr 1000 errichtet, 1689 von französischen Truppen zerstört und lag danach lange als Ruine da. Ihre heutige Gestalt bekam sie ab 1868, als Louis Ravené sie im neugotischen Stil wieder aufbauen ließ.
Für wen — und für wen nicht
Die Burg ist ein guter Programmpunkt für Familien, Geschichtsinteressierte und Regentage — die Innenräume sieht man trocken, und die Führung gibt dem Besuch eine feste Struktur.
Klar sagen muss man aber:
- Die Burg ist nicht barrierefrei. Es gibt keine Aufzüge, dafür viele enge historische Treppenstufen und unebene Böden. Für Rollstuhlfahrer und für Gäste, die keine Treppen steigen können, ist eine Teilnahme an der Führung nicht möglich.
- Der Aufstieg ist steil und zum Teil mit historischem Kopfsteinpflaster belegt. Mit Kinderwagen ist das mühsam, mit unpassenden Schuhen auch.
- Die Innenräume und Höfe kann man nur mit Führung sehen, nicht auf eigene Faust. Wer lieber in seinem Tempo herumläuft, sollte das einplanen.
- Die Führung läuft in einem Zug durch — aussteigen und später wieder einsteigen geht nicht. Für sehr kleine Kinder kann das lang werden; die genaue Dauer steht oben im Infokasten.
Gut zu wissen
- Hunde dürfen mit. Verträgliche Hunde können angeleint an der Führung durch die Innenräume teilnehmen.
- Zu Fuß hinauf dauert es je nach Startpunkt und Tempo — die Details zu Parken und Shuttlebus stehen oben im Infokasten.
- Es ist ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts, keine original erhaltene Burganlage. Das ist kein Makel, macht den Besuch aber zu etwas anderem, als viele erwarten: Man sieht vor allem, wie sich das 19. Jahrhundert das Mittelalter vorgestellt hat.
- Neben der klassischen Führung gibt es Erlebnisformate wie Rittermahle. Was davon aktuell angeboten wird und wann, steht auf der Seite der Burg — das wechselt saisonal.
Den Tag drumherum planen
Cochem hat mehr als die Burg, und die Wege sind kurz. Wer nach der Führung essen möchte, findet mit dem Ristorante Castello eine Adresse in unmittelbarer Nähe. Ein völlig anderes Thema, aber ebenfalls in Cochem: der Bundesbank-Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges — die Kombination aus Burg und Bunker an einem Tag ist erstaunlich stimmig.
Sind Kinder dabei und bleibt nachmittags Zeit, liegen das Moselbad und der Wild- und Freizeitpark Klotten ganz in der Nähe.
Auf dem Rückweg nach Bremm liegt Beilstein praktisch am Weg — ein kurzer Stopp lohnt sich. Wo man abends unterkommt, steht in unserer Wohnungsübersicht.