Zwischen den Weinorten Bremm und Ediger-Eller ragt der Calmont auf – 378 Meter über der Mosel, bis zu 65 Grad steil. Europas steilster Weinberg. Und mittendurch führt ein Pfad, der sich „Klettersteig" nennt, obwohl er eigentlich ein anspruchsvoller Wandersteig ist. Drei Kilometer Stahlseile, Leitern und Trittbügel, links und rechts jahrhundertealte Weinbergterrassen, und darunter: die Moselschleife, wie du sie von keinem Aussichtspunkt schöner siehst.
Wir wohnen direkt am Fuß des Calmont – 350 Meter von unserem Winzerhaus bis zum Einstieg. Und weil uns Gäste jede Woche die gleichen Fragen stellen, haben wir hier alles aufgeschrieben, was du für deine Tour wissen musst.
Was ist der Calmont Klettersteig genau?
Lass uns gleich mit dem größten Missverständnis aufräumen: Der Calmont Klettersteig ist kein alpiner Klettersteig im klassischen Sinn. Du brauchst weder Helm noch Klettergurt noch Klettersteigset. Die Stahlseile, Klammern und Leitern dienen nicht zur Sicherung wie in den Alpen, sondern als Gehhilfe an den steilsten Stellen.
Was dich erwartet:
- 6 Leitern (teils senkrecht, aber kurz)
- Rund 100 Meter Sicherungsseile zum Festhalten
- 22 Trittbügel und 16 Trittstifte im Fels
- 3 Kilometer Wegstrecke zwischen Bremm und Ediger-Eller
Trotzdem: Unterschätze den Weg nicht. Du bewegst dich an einem steilen Hang, teilweise auf schmalen Pfaden mit Absturzgefahr. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht. Wer normalerweise nie wandert, wird den Steig als sehr anspruchsvoll empfinden. Geübte Bergwanderer werden ihn als leicht einstufen.
Die Route: Von Bremm nach Ediger-Eller (oder umgekehrt)
Start in Bremm (unsere Empfehlung)
Vom Winzerhaus aus gehst du die Moselstraße hinunter Richtung Kirche. An der Bremmer Kirche vorbei führt der Weg bergauf in die Weinberge. Nach etwa 20 Minuten Aufstieg erreichst du den Einstieg in den Klettersteig.
Der Weg führt dann:
- Durch die steilen Weinbergterrassen mit ersten Leitern und Stahlseilen
- An der berühmten „Bremmer Todesangst" vorbei – klingt dramatischer als es ist. Ein Felsvorsprung mit einem kleinen Fähnchen, aber keine echte Gefahr
- Weiter durch Fels und Reben mit ständig wechselnden Ausblicken auf die Moselschleife
- Bis zum Ausstieg oberhalb von Ediger-Eller
Zurück nach Bremm – drei Möglichkeiten
Der Klettersteig ist kein Rundweg. Für den Rückweg hast du drei Optionen:
Option 1: Calmont-Höhenweg (unsere Empfehlung ⭐) Oberhalb des Klettersteigs verläuft der Höhenweg zurück nach Bremm. Weniger steil, breitere Wege, und du kommst am Gipfelkreuz vorbei – mit dem besten Blick auf die Moselschleife. Am Gipfelkreuz gibt es bei schönem Wetter oft einen Weinstand mit Moselwein und kleinen Snacks. Dauer: ca. 1,5 Stunden zurück.
Option 2: An der Mosel entlang Unten in Ediger-Eller angekommen, kannst du am Moselufer auf dem Radweg zurück nach Bremm laufen. Flach, entspannt, ca. 30 Minuten. Schön zum Runterkommen.
Option 3: Fähre oder Bus Von Ediger-Eller fährt gelegentlich ein Bus. Oder du nimmst die Personenfähre über die Mosel (saisonal).
Dauer und Schwierigkeit
| Detail | Info |
|---|---|
| Strecke | ca. 3 km (nur Klettersteig) |
| Gesamtrunde | ca. 7–8 km (mit Höhenweg-Rückweg) |
| Reine Gehzeit Klettersteig | 1,5–2 Stunden |
| Gesamtdauer mit Rückweg | 3–4 Stunden |
| Höhenmeter | ca. 250–300 hm |
| Schwierigkeit | K1 (leicht) – für Klettersteig-Verhältnisse |
| Für Wanderer | Mittel bis anspruchsvoll |
| Für Kinder | Ab ca. 10 Jahren mit Begleitung |
Wichtig: Die Schwierigkeit hängt stark von den Bedingungen ab. Bei Nässe werden die Schieferfelsen rutschig – dann ist der Steig deutlich anspruchsvoller. Bei Trockenheit und guten Schuhen ist er gut machbar.
Ausrüstung: Was du brauchst (und was nicht)
Das brauchst du:
- Feste Wanderschuhe mit Profilsohle – das Wichtigste! Keine Sneaker, keine Sandalen
- Wetterfeste Kleidung – am Hang kann es schnell umschlagen
- Ausreichend Wasser – mindestens 1 Liter pro Person
- Sonnenschutz – der Südhang heizt sich stark auf, schon im März können es über 20°C werden
- Snack/Proviant – unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeit (außer dem saisonalen Weinstand am Gipfel)
Das brauchst du NICHT:
- Klettersteigset
- Helm
- Klettergurt
- Klettersteig-Handschuhe
- Wanderstöcke (können an engen Stellen sogar hinderlich sein)
Wann ist die beste Zeit?
Frühling (März–Mai) ⭐ Unser Geheimtipp
Der Calmont ist ein Südhang. Schon im März kann es hier über 20°C warm werden, während es im Tal noch kühl ist. Die Weinberge treiben aus, die Wildblumen blühen, und du hast den Steig oft fast für dich allein. Perfekte Kombination aus angenehmen Temperaturen und wenig Betrieb.
Sommer (Juni–August)
Vorsicht: Am Südhang wird es im Hochsommer extrem heiß – 35°C und mehr sind keine Seltenheit. Wenn du im Sommer gehst, starte früh morgens (vor 9 Uhr) oder am späten Nachmittag. Mittags ist der Hang ein Backofen.
Herbst (September–November) ⭐⭐ Die schönste Zeit
Weinlese-Stimmung, goldenes Licht, die Blätter färben sich – der Calmont im Herbst ist spektakulär. Moderate Temperaturen, klare Sicht, und mit etwas Glück siehst du die Winzer bei der Handlese in den Steillagen.
Winter (Dezember–Februar)
Der Klettersteig ist ganzjährig geöffnet, aber im Winter auf eigene Gefahr. Bei Frost, Schnee oder Nässe kann es gefährlich werden. Nur für erfahrene Wanderer bei trockenen Bedingungen.
Parken und Anreise
Mit dem Auto
- Parkplatz Bremm: An der Kirche in Bremm (kostenlos, begrenzte Plätze). Von dort ca. 20 Minuten zum Einstieg.
- Parkplatz Ediger-Eller: Am Bahnhof Eller. Von dort startest du den Klettersteig in umgekehrter Richtung.
Mit der Bahn
- Bahnhof Bullay (8 km von Bremm) – von dort mit Bus oder Taxi nach Bremm
- Bahnhof Ediger-Eller – direkt am Klettersteig-Einstieg auf der Eller-Seite
Vom Winzerhaus Calmont
350 Meter zu Fuß. Du gehst aus der Haustür, die Moselstraße runter, und bist in 5 Minuten am Aufstieg. Kürzer geht's nicht.
Unsere 5 Insider-Tipps
1. Starte in Bremm, nicht in Eller Die meisten Wanderführer empfehlen den Start in Eller. Wir sagen: Starte in Bremm. Der Aufstieg ist steiler, aber du hast die schönsten Ausblicke vor dir statt im Rücken. Und du kommst über den Höhenweg entspannt zurück – statt am Ende noch den steilen Aufstieg zu haben.
2. Geh unter der Woche Am Wochenende (besonders bei schönem Wetter im Herbst) kann es auf dem schmalen Steig eng werden. Gegenverkehr auf Leitern ist kein Spaß. Unter der Woche hast du den Weg oft fast allein.
3. Plane den Weinstand am Gipfelkreuz ein Bei schönem Wetter ist der Weinstand am Gipfelkreuz geöffnet. Ein Glas Riesling mit Blick auf die Moselschleife – besser wird's nicht. Aber: Nicht immer geöffnet, also nicht fest einplanen.
4. Nimm dir Zeit für die Klosterruine Stuben Auf dem Rückweg über den Höhenweg oder das Moselufer kommst du an der Klosterruine Stuben vorbei. Ein ehemaliges Augustinerinnenkloster aus dem Jahr 1137, romantisch auf einer Moselinsel gelegen. Lohnt einen kurzen Abstecher.
5. Buche eine Nacht vor und nach der Tour Klingt nach Eigenwerbung? Ist es auch – aber ehrlich gemeint. Nach 3–4 Stunden am Hang willst du nicht mehr ins Auto steigen. Lieber: Duschen, auf die Terrasse setzen, Riesling aufmachen, Mosel gucken. Und am nächsten Tag noch die Gegend erkunden.
Nach der Tour: Riesling im Winzerhaus
Was gibt es Besseres als nach 3-4 Stunden am Calmont zurück ins Winzerhaus zu kommen, zu duschen – und sich ein Glas Steillagen-Riesling einzuschenken? In unserem Weinschrank im Hausflur stehen verschiedene Weine vom befreundeten Weingut Otto Görgen aus Briedern – 24/7 Selbstbedienung, Zahlung bar oder per PayPal. Ein kleines Ritual, das viele unserer Gäste lieben.
Übernachten direkt am Klettersteig
Unser Winzerhaus steht 350 Meter vom Einstieg entfernt – näher geht's kaum. Die 5 Ferienwohnungen im historischen Gebäude (erbaut 1850) bieten alles, was du nach einer Tour brauchst: Dusche, bequemes Bett, voll ausgestattete Küche, WLAN und eine Terrasse mit Moselblick.
Ab 75 € pro Nacht, inklusive Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung und kostenlosem Parkplatz.
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Wir verwalten unsere Wohnungen auch über Airbnb und Booking.com — aber wer direkt bei uns bucht, bekommt mehr:
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Zuletzt aktualisiert: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Informiere dich vor deiner Tour über die aktuellen Bedingungen.